Breitbandausbau und Naturschutz im Einklang

Das angestrebte Ziel des Breitbandausbauprojektes ist es alle sogenannten „weißen NGA-Flecken“, also Gebiete mit einer Versorgung von weniger als 30 Mbit/s, von der Landkarte zu tilgen. Zu diesen unterversorgten Bereichen zählt auch das als „Hohe Sonne“ bekannte Ensemble, welches sich im äußersten Süden der Stadt Eisenach direkt am Rennsteig befindet und Ausgangspunkt zahlreicher beliebter Wanderrouten ist. Dieser touristische Hotspot erfährt durch die geplante Renovierung des früheren Jagdschlosses und die Umwidmung in eine Wanderherberge mit angeschlossener Gastronomie derzeit eine weitere Aufwertung.

Die Bauarbeiten zur Erschließung des Areals mit einem Hochgeschwindigkeitsglasfaseranschluss konnten unterdessen planmäßig abgeschlossen werden. Da die Trassenführung innerhalb naturschutzrechtlich sensibler Bereiche im Fauna-Flora-Habitat Gebiet (FFH) realisiert werden musste, war bezüglich der eingesetzten Tiefbauverfahren ein besonders nachhaltiges und minimalinvasives Vorgehen erforderlich, um die einzigartige Flora und Fauna zu schützen.
Hierzu kam das sogenannte Bohrspülverfahren zum Einsatz, bei welchem Kabelschutzrohre weitgehend grabenlos in den Untergrund eingebracht werden können. Dabei werden mit einem Bohrgestänge horizontale Kabelkanäle durch den Boden getrieben, wozu jeweils nur eine vergleichsweise flächenschonende Start- und Zielgrube erforderlich ist. Mittels eines Gemisches aus Wasser und einem umweltverträglichen Tonmineral wird das gelöste Material aus den entstandenen Hohlräumen entfernt, sodass anschließend Kabelschutzrohre eingebracht werden können. Die Bohrspüllösung wird aus dem Bohrkanal abgepumpt und anschließend fachgerecht entsorgt.
Für den realisierten Trassenabschnitt war das Verfahren besonders geeignet, da es ein besonderes Augenmerk darauf zu richten galt, die wertvolle Oberfläche im FFH-Gebiet möglichst zu schonen und in ihrem ursprünglichen Zustand wieder herzustellen. Eine regionalgeologische Besonderheit stellt dabei die Gesteinsschicht des Rotliegenden, das sogenannte Wartburgkonglomerat dar, welches typisch für die Bereiche des Nordrandes des Thüringer Waldes sowie der Drachenschlucht ist und für die Wasserhaltung eine wichtige Rolle spielt. Bei der Wiederverfüllung der wenigen für das Bohrspülverfahren erforderlichen Baugruben, wurde daher mit größter Sorgfalt darauf geachtet, die natürliche Oberflächenbeschaffenheit wieder in ihrem Ursprungszustand herzustellen. Ein besonderer Dank gilt in diesem Zusammenhand dem Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) sowie dem Umweltamt der Stadt für die konkreten Hinweise zur Umsetzung und die gute Zusammenarbeit.

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